
Tidjikdja
Tidjikdja
Hauptstadt des Tagant und Karawanenstation seit 1680, Tidjikdja verbindet Palmenwald, antike Manuskripte und bewahrte Sahara-Architektur.
Hauptstadt der Tagant-Region ist Tidjikdja eine Stadt mit reicher historischer Vergangenheit. Gelegen an der antiken Karawanenroute, verdankt diese glorreiche Stadt ihren Platz auf der Liste der nationalen Kulturerbe-Stätten der historischen Städte Mauretaniens. Sie ist auch berühmt für ihre Palmenhaine, die als die wichtigsten des Landes gelten. Eine wahre Oase inmitten der mauretanischen Wüste – Tidjikdja ist einen Umweg während Ihres Aufenthalts definitiv wert.
Geschichte
Die Stadt Tidjikdja wurde 1680 von Völkern aus Chinguetti gegründet, den Idawali. Sie pflanzten Dattelpalmen an, die sie an durchziehende Karawanen verkauften. Ihre Lage an der Karawanenroute machte die Stadt wohlhabend. Neben dieser strategischen Position trugen auch ihre Viehwirtschaft und Dattelproduktion zu ihrem Wohlstand bei.
Tidjikdja war auch ein wichtiges Zentrum der religiösen Gelehrsamkeit. Die Stadt beherbergte eine der bedeutendsten Bibliotheken des Landes mit über fünftausend Manuskripten zu vielfältigen Themen: islamische Rechtswissenschaft, Medizin, Sozialwissenschaften, arabische Grammatik, Poesie, Esoterik, Astrologie und Mystik (Traumdeutung). Diese kulturellen Schätze führten dazu, dass die Stadt in die Liste der nationalen Kulturerbe-Stätten Mauretaniens aufgenommen wurde.
1905 versuchte Xavier Coppolani, ein französischer Kolonialadministrator und Islam-Spezialist, den Süden Mauretaniens friedlich zu erobern. Am 12. Mai 1905 errichtete er einen Militärposten in Tidjikdja. Kurz darauf wurde er von Männern Mâ el-Aïnins, eines gegen Frankreich feindseligen Marabuts, ermordet. Xavier Coppolani wurde in Tidjikdja beigesetzt. Zu Ehren seines Andenkens wurde die Stadt zeitweise "Fort-Coppolani" genannt. Heute hat Tidjikdja seinen ursprünglichen Namen zurückbekommen und lebt weiterhin von seinen Palmen und dem Handel. Ein Beweis dafür ist der lebhafte Markt, wo die unverzichtbaren Datteln gehandelt werden.
Heute
Heute, als Verwaltungssitz der Tagant-Region aufgewertet, gewinnt Tidjikdja allmählich seine Bevölkerung zurück, die sich nach dem Niedergang der Stadt großteils in die Hauptstadt verlagert hatte. Hatte die Stadt 1985 nur 11.000 Einwohner, beheimatet sie heute 14.000. Die Stadt wird durch einen Palmenwald geteilt, der als der bedeutendste Mauretaniens gilt. Am Nordufer findet man die Altstadt mit ihren engen Fußgängergassen und traditionellen Tagant-Häusern, deren Fassaden mit geometrischen Mustern verziert sind. In diesem Stadtteil befindet sich auch, gleich hinter der Post, das Grab des französischen Kolonialadministrators Xavier Coppolani. Am Südufer hingegen erstreckt sich eine moderne Stadt, die sich um ihren sehr lebhaften Markt strukturiert.
Klima und Geographie
Tidjikdja liegt 200 km südlich von Chinguetti und weist alle Charakteristiken eines Saharaklimas auf. Sommerregen wird durch Winterregen ergänzt. Allerdings zeichnen sich die Niederschläge insgesamt durch ihre Schwäche und Unregelmäßigkeit aus.
Nach Tidjikdja zu gelangen ist keine leichte Aufgabe und erfordert die Begleitung durch jemanden, der die Region perfekt kennt. Darüber hinaus können nur Lastwagen und Geländewagen die schwierigen Straßen bewältigen, die zur Stadt führen. Die praktischste Route führt von der Stadt Moudjéria aus. Sie ist nicht nur 140 km von Tidjikdja entfernt, sondern die Piste ist auch asphaltiert. Es ist auch möglich, die Stadt von Tichitt aus zu erreichen, das 250 km östlich liegt, oder von Atar, das 375 km nordwestlich liegt. Allerdings sind die Wege dort quasi unpassierbar.
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